Mit dem Erwerb des Schlosses Frankenberg erfüllte sich der Unternehmer Roland Belz einen Jugendtraum, der mit seinem Tod am 24. Februar 2011 erst einmal jäh beendet wurde. Es wurde ein Baustopp eingelegt, für die Gaststättenbetriebsgesellschaft musste Insolvenz beantragt werden. Doch mittlerweile geht es wieder bergauf mit dem wunderschönen Schloss aus dem Jahr 1254: Die Bauarbeiter werkeln derzeit fleißig in der Kapelle, im November soll sie fertig gestellt werden und dann auch für Hochzeiten oder Taufen zur Verfügung stehen.
Frank Erlenkamp, Geschäftsführer der Landrefugium Schloss Frankenberg GmbH und Co KG, freut sich, dass die Vision von Roland Belz nun in seinem Sinne weitergeführt werden kann: „Roland Belz wollte das Landrefugium mit seiner Erfindung, den Aaglander Motorkutschen, verschmelzen“. Der ursprüngliche Familiensitz auf Schloss Kühlenfeld in der Fränkischen Schweiz sei dazu zu klein gewesen. Die Wälder und Weinberge rund um Schloss Frankenberg schienen wie gemacht für nostalgische Rundfahrten mit der mechanisch angetriebenen Kutsche als touristisches Angebot. Doch dann erkrankte der Unternehmer an Hautkrebs und seine Frau Irmgard Katharina Belz musste nach seinem Tod für die Aaglandsche Hotel- und Gaststättenbetriebsgesellschaft Insolvenz anmelden, fasste Erlenkamp die Ereignisse noch einmal zusammen.
Mit dem „Amtshaus“ – Restaurant, Café und Weinlounge – wurde der erste gastronomische Grundpfeiler für das neue Gesamtkonzept des Landrefugiums Schloss Frankenberg gelegt. Koch Arnold Bode hatte sich in seinem früheren Restaurant in Iphofen bereits einmal einen Michelin Stern erkocht, sein Können zeigt er jetzt den Gästen auf Schloss Frankenberg. Von Donnerstag bis Donnerstag ist das Restaurant von 11 bis 18 Uhr geöffnet. „Wir planen jetzt auch warme Küche bis 21 Uhr und suchen hierzu noch händeringend nach Servicekräften“, informierte Frank Erlenkamp. Für die herzhaft fränkische Küche stehen Küchenchef Arnold Bode die hauseigenen Black Angus Rinder ebenso zur Verfügung, wie die Weine des Weinguts Schloss Frankenberg, die auch in der Weinlounge mit Sektbar verköstigt und in der Vinothek erworben werden können.
In den Schlossräumen finden Seminare und Hochzeiten statt. Gerade zum Heiraten ist das Schloss nicht nur wegen seiner traumhaften Lage ideal, denn es stehen ein Standesamt, eine Kapelle und vier Apartments mit insgesamt 14 Betten zum Übernachten zur Verfügung. Eine tolle Resonanz erlebte das Schloss am Tag des offenen Denkmals im September: „Wir hatten zirka 1500 Besucher“, zeigte sich Geschäftsführer Erlenkamp überrascht über den großen Zuspruch. „Wir gehen nun die Strategie der kleinen Schritte“, so Erlenkamp weiter. Der Umbau der ehemaligen Meierei zu einem Landgasthof mit Übernachtungsmöglichkeit sei die nächste Aufgabe auf der Projektliste.
Nicole Gunkel